Lehrer und Themen des 25. Internationalen Push Hands Treffens
| Raum 1 | Raum 2 | Raum 3 | |
| Mittwoch, 08.04.2026 | Birgit Golze | Nils Klug | Natassa Aretha |
| Donnerstag, 09.04.2026 | Birgit Golze | Nils Klug | Natassa Aretha |
| Freitag, 10.04.2026 | Mirke de Kruijf | Samuel Tinguely | Paul Thomas |
| Samstag, 11.04.2026 | Mirke de Kruijf | Samuel Tinguely | Paul Thomas |
| Sonntag, 12.04.2026 | Mirke de Kruijf | Samuel Tinguely | Paul Thomas |
Birgit Golze

Birgit Golze praktiziert seit über zwanzig Jahren Tai Ji Quan und unterrichtet seit dreizehn Jahren in ihrer Heimatstadt Dassel Tai Chi und Partnerarbeit. Ihre Leidenschaft für das Push Hands hat sie während ihrer Lehrerausbildung bei Meister Nils Klug entdeckt. Seitdem ist ihr (Form)unterricht sehr durch Partnerarbeit geprägt. Das Push Hands hat sie zu nationalen und internationalen Lehrern im In- und Ausland geführt – und auch Treffen in ganz Europa hat sie schon besucht. Bei Wettkämpfen, die Sie immer mit einem Treppchenplatz beendet hat, sammelte Birgit viele Erfahrungen.
Nicht zuletzt hat Birgit als langjähriges Mitglied des Organisationsteams des Internationalen Push Hands Treffens Hannover über die Jahre wohl schon ziemlich „alles gesehen“ – und sie freut sich darauf, ihre Erfahrungen an euch weiter zu geben.
Mirke de Kruijf

Mein Tai Chi-Leben
Vor 10 Jahren begann ich mit Tai Chi bei Meisterin Judith van Drooge (Inner Touch Tai Chi). Sie lehrte mich den Yang-Stil von Großmeister W.C.C. Chen. Neben der Handform lernte ich bei ihr verschiedene Waffenformen und Pushing Hands. Ich nahm auch an Wettkämpfen teil und ging sogar zu den Weltmeisterschaften nach Taiwan.
Im täglichen Leben begann mich das Lehren von Tai Chi zu interessieren. Mit Judiths Hilfe bekam ich die Möglichkeit, mich mit der Welt des Tai Chi Lehrens zu befassen. 2018 fing ich an zu unterrichten und absolvierte erfolgreich den Staatlichen Anerkennungskurs „Kampfkunstlehrerin in der Disziplin Tai Chi“.
Seit September 2022 habe ich meine eigene Schule und unterrichte 17 Kurse pro Woche.
Durchgehender Anfänger:innen-Workshop
*Unser zweisprachiger Workshop für Neulinge ist als durchgehender Workshop mit abgestimmten Themen konzipiert. Er wird von Birgit Golze (Mi-Fr) und Nils Klug (Sa+So) geleitet.
Workshop Mittwoch:
Der erste Schritt im Push Hands
Wir wollen uns zuerst kennen lernen, in dem wir uns wahrnehmen und lernen uns zu spüren. Dies werden wir mit einfachen Partnerübungen versuchen.
Wir werden uns fragen:
Wo stehe ich? und
Wo ist eigentlich mein Partner? und
Wie können wir erreichen, dass wir zusammen und miteinander kommunizieren?
Workshop Donnerstag:
Der zweite Schritt im Push Hands
Heute heißen wir unser Gegenüber willkommen. Wir hören ihm:ihr zu, können ihn:sie schon wahrnehmen.
Wir werden auch versuchen eine Verbindung zu und in uns selbst (Hand/Fuss) und zu unserem Partner / unserer Partner:in zu finden.
Wenn wir so „verbunden“ sind:
Was spüren wir? und
Wie können wir dieses Gefühl für uns im freien Pushen nutzen?
Workshop Freitag: Tai Chi Körpermechanik
William C. C. Chens Lehrmethoden, Körpermechanik. Was dem Gehirn guttut, ist auch für den Körper gut. Was dem Körper guttut, ist auch für das Gehirn gut.
Wie verbinden sich Körper und Geist wie Yin und Yang. Fokussiertes Erkunden. Die geistige Haltung nutzen. Wohin die Aufmerksamkeit geht, folgt die Energie. Yin und Yang halten sich im Gleichgewicht. Wie man mit diesem Gleichgewicht spielt.
Workshop Samstag: Tai Chi Körpermechanik
Erdung, die Füße nutzen. Jede Bewegung braucht Erdung und beginnt in den Füßen. Ohne Erdung gibt es keine Bewegung mit Absicht, keine Form und keine Richtung. Die Erdung nutzen, um springende Kraft aus den Füßen zu schöpfen. Diese Kraft erzeugt Ausdehnung vom Dan Tien und gibt der Bewegung Richtung. Wenn man nicht mit der Erde verbunden ist, ist man auf sich allein gestellt.
Workshop Sonntag: Push Hands Anwendungen
Wie man sich gegenseitig beim Üben unterstützt, indem man ein Tai Chi Dummy wird. Manchmal brauchen wir einen kleinen Widerstand, um zu verstehen und uns dessen bewusst zu werden, was wir tun. Uns selbst und anderen helfen, unsere Mitte zu finden und zu spüren. Sobald wir sie gefunden haben, können wir sie nutzen oder auch verbergen. Kontakt zu anderen aufnehmen, ohne die eigene Mitte/ dich selbst zu verlieren. Diese Technik lässt sich sehr gut in deine eigene Tai-Chi- und/oder Qi-Gong-Praxis integrieren.
Wie man die Techniken im Kontakt mit anderen Menschen anwendet. Nicht nur beim Tuishou, sondern auch im Alltag begegnen wir so vielen Menschen. Push Hands ist wie eine nonverbale Kommunikation. Welche Botschaft empfangen wir und was möchten wir sagen?
Sich selbst und anderen gegenüber aufrichtig und loyal sein und Andere so behandeln, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Natassa Aretha

Balance, Präsenz und Spiel durch Kampf- und Körperkunst erforschen
Natassa Aretha bewegt sich zwischen den Welten – von der Disziplin des Tai Chi und Aikido bis hin zur Offenheit der Improvisation und der Tiefe des Butoh. Ausgebildet an der Staatlichen Tanzschule in Athen und dem Merce Cunningham Studio in New York (IKY-Stipendium, 1996–1999), verbindet sie die Strenge der Kampfkunsttraditionen mit der Kreativität zeitgenössischer Performance. Ihre Reise im Tai Chi Chuan begann 1992 und setzte sich in New York fort, wo sie sich mit Praktizierenden in den Parks der Stadt traf und Tai Chi als lebendige, tägliche Praxis erlebte. Gleichzeitig trainierte sie in New York Aikido – Begegnungen, die ihr Gleichgewichtsgefühl, ihre Präsenz und ihr Vertrauen in die Begegnung bereicherten. Als Gründerin des Raums „Fygin Adynaton“ auf Kreta veranstaltet sie Workshops, in denen kämpferische Klarheit auf improvisatorische Freiheit trifft – und lädt die Teilnehmer ein, Präsenz, Spiel und Verbindung durch den Körper neu zu entdecken.
Kursbeschreibung
Als ich zum ersten Mal gebeten wurde, hier zu unterrichten, war ich skeptisch. Meine Ausbildung in den Kampfkünsten ist nicht meine erste Sprache; meine Expertise beruht auf lebenslanger intensiver somatischer Praxis als professionelle Tänzerin, spezialisiert auf Improvisation und Bewegungsdialog. Was ich anbiete, ist ein anderer Weg zur gleichen Wahrheit: ein fortgeschrittenes Verständnis von innerem Körperbewusstsein, Gewichtsverteilung und kinetischer Verbindung, das effektives Push Hands ermöglicht, was nicht aus Muskelkraft, sondern aus intelligenter Bewegung entsteht.
Dieser Kurs überträgt die somatischen Techniken der Tanzimprovisation – Zuhören durch Berührung, spontanes Reagieren und die Steuerung von Schwung und Gleichgewicht in Echtzeit – direkt in die Push Hands-Praxis. Wir konzentrieren uns auf die Kultivierung einer Sanftheit, die ein aktives Radar und kein passiver Zustand ist, und einer Erdung, die eine dynamische Konversation mit dem Boden darstellt. So schaffen wir die Grundlage für einen Push, der Ausdruck der Ganzkörperkohärenz und nicht der lokalen Armkraft ist.
Egal, ob du Anfänger:in bist und einen leicht verständlichen, gefühlsbasierten Einstieg in diese inneren Prinzipien suchst oder ein:e erfahrene Praktiker:in bist, deine Sensibilität auffrischen und deine Kraft aus einer neuen Perspektive verstehen möchtest – dieser Kurs ist für dich von Nutzen. Ich bin nicht hier, um dir eine neue Technik beizubringen, sondern um dir eine neue Ebene des Bewusstseins zu vermitteln – eine somatische Intelligenz, die deine bereits geliebte Praxis vertiefen und erhellen kann.
Nils Klug

Nils Klug unterrichtet seit 1991 Tai Chi Chuan in Hannover.
Seine erste Schule eröffnete 1993. Als die Räumlichkeiten schnell zu klein wurden, entschloss sich Nils, dem Stadtteil Linden treu zu bleiben. Er baute seine neue Schule im Rahmen eines Projekts für ökologische Nachnutzung und Erhaltung der ehemaligen Bettfedernfabrik Werner Ehlers in eine der nun teilweise denkmalgeschützten Hallen hinein.
Seit 1996 befindet sich das Tai Chi-Studio somit auf dem Ökologischen Gewerbehof Linden in guter Nachbarschaft zum soziokulturellen Zentrum FAUST e.V.
Ausbildung und fachliche Impulse
Nils Klug absolvierte seine Ausbildung bei William C. C. Chen in New York und unterrichtet selbst seit 30 Jahren in seiner eigenen Schule. William Chi Cheng Chen und Dr. Tao Ping Siang (Taiwan, †2006), der als Nils‘ zweiter Lehrer einen wesentlichen Einfluss auf sein Tai Chi hatte, waren beide Schüler von Professor Cheng Man-Ching.
Weitere Impulse erhält Nils durch den Austausch mit Kolleg:innen aus den chinesischen Künsten und natürlich durch seine Schüler:innen.
Ehrenamtliches Engagement für die chinesischen Künste
Nils war bis zum Mai 2014 aktives Mitglied im „Netzwerk Taijiquan und Qi Gong e. V.“ und von 2007 bis 2013 Präsident der „Taijiquan and Qigong Federation for Europe“ (TCFE), dem europäischen Dachverband für Taiji und Qigong. Von 2014 bis 2018 war er zudem 2. Vorsitzender des DDQT (Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan e. V.).
Nils’ Engagement gilt dem internationalen Austausch sowie der fachlichen Fortbildung und Kommunikation über Stilgrenzen hinweg. In diesem Geiste organisierte er 1998 das 4. Bundesweite Qigong und Taijiquan-Forum für das Taijiquan und Qigong Netzwerk Deutschland e.V. sowie das internationale Cheng Man Ching Forum 2004 in Hannover. Seit 2001 veranstalten er und sein Team das Internationale Push Hands Treffen in Hannover. Das bilinguale Indoor-Meeting findet jährlich rund um das Tai Chi-Studio in Hannover-Linden statt.
Nils Klug hat über die Jahre selbst bei zahlreichen Tai Chi Treffen im In-und Ausland unterrichtet und hat eine große Anzahl an Gastdozenten aus vielen Ländern der Welt eingeladen.
Neben weiteren Online-Aktivitäten hat Nils auch ein zweisprachiges Internetportal für Tai Chi Chuan und Qigong aufgebaut, welches er seit Jahren ehrenamtlich in seiner freien Zeit betreibt.
Topics
Mittwoch: Der Angreifer startet und ich komme vor ihm an.
Donnerstag: Von Tifang zu Fajing
Beschreibung folgt.
Samuel Tinguely

Samuel entdeckte Push Hands 2003 während des Kungfu-Unterrichts in Genf, und hat seitdem sein Herz an diese Übungsweise verloren. Im Kungfu-Unterricht lernte er einige Grundlagen der Meditation, Qigong und Taijiquan. Als die Kungfu-Schule, in der er lernte, 2010 schloss, wandte er sich dem Taijiquan zu, welches er bei Dominique Flaquet lernte, einem Schüler von Meister P’ng Chye Khym. Dort studierte er Yang-Stil Taijiquan und übte gewissenhaft Tui Shou. Zu dieser Zeit war Samuel ebenfalls als ausgebildeter Tänzer und Tanzlehrer aktiv.
2015 zog Samuel nach London und musst einen neuen Lehrer finden. Glücklicherweise fand er Master Yan Long Jiang, Schüler von Grandmaster Zhan Bo aus Harbin. Bei Meister Yan Long Jiang lernte Samuel Wu-Stil Taijiquan und vertiefte seine Kenntnisse im Tui Shou, in dem er wöchentlich mehrere Stunden alleine mit seinem Lehrer übte. Während seines Aufenthalts in London lernte Samuel ebenfalls „Soft Tissue Therapy“ (Sanfte Gewebetherapie), eine Art Rehabilitationsmassagetherapie, und lernte Qigong bei Meister Yan Long Jiang, aus Büchern von Dr. Yang Jwing-Ming und direkt von den Meistern Faye and Tary Yip. Ausgebildet bei Letzteren ist er nun ein anerkannter „Health Qigong“-Lehrer. Während dieser Periode unterrichtete Samuel zudem Blues- und Volkstanz auf verschiedenen Festivals in ganz Europa.
2018 zog Samuel zurück in seine Geburtsstadt La Chaux-de-Fonds (Schweiz), wo er parallel zu seiner Massagepraxis anfing, Taijiquan und Health Qigong zu unterrichten. Er begann auch, an internationalen Treffen teilzunehmen: 2019 am Tai Chi Cho in La Chaux-de-Fonts und 2020 am 20. Internationalen Push Hands Treffen in Hannover. Dies erweiterte Samuel’s Herangehensweise und erlaubte es ihm, sein Wissen über die ihm gut bekannten Stile zu vertiefen. Derzeit unterrichtet Samuel verschiedene wöchentliche Kurse sowohl im Wu-Stil Taijiquan als auch im Health Qigong, sowie regelmäßig Workshops über Health Qigong und Meditation. Er organisiert darüber hinaus wöchentliche Tui Shou-Treffen in seiner Stadt, bei denen Leute aus verschiedenen Stilen zusammenkommen, um ihre Liebe zu dieser Übungsweise zu teilen.
Diese seine Geschichte, zusammen genommen mit seiner Leidenschaft für Anatomie und den menschlichen Körper, verleiht Samuel eine einzigartige Perspektive, aus der heraus er seine Ideen zum Tui Shou mit Euch teilt- mit einer Palette, die von mechanischen bis hin zu eher esoterischen Aspekten reicht.
Themen:
Peng Lü Ji An (Wu-Stil)
Von den acht Jin („Techniken“, „Kräfte“) sind Peng und Lü den meisten bekannt. Tatsächlich werden sie fast immer als Erstes gelehrt, da sie die grundlegendsten Aktionen im Tuishou darstellen. Schwer verständliche Übersetzungen beiseite gelassen, geht es darum, zu schieben und den Druck des Gegners ins Leere laufen zu lassen. Die nächsten beiden, Ji und An, sind etwas subtiler, lassen sich aber dennoch problemlos mit beiden Füßen auf dem Boden üben. In diesem Kurs lernen wir eine Übung aus dem Wu-Stil, die diese vier Jin verbindet, und gehen etwas genauer auf ihre Definition und allgemeine Anwendung ein.
Peng Lü Ji An Chai Lie Kao Zhou (Wu-Stil, bewegter Stand/mit Schritten)
Jenseits von Peng, Lü, Ji und An verbergen sich weitere Geheimnisse, die die Bewegung unserer Füße erfordern. In diesem Kurs adaptieren wir die oben genannte Übung für das Paradigma der Fußbewegung und erweitern sie. Anschließend erforschen wir Chai, Lie, Kao und Zhou detaillierter, um sie allgemein und nicht nur im Kontext der Übung zu verstehen. Die Teilnahme am vorherigen Kurs ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber dringend empfohlen. Ihr müsst schnell lernen, falls ihr die erste Übung noch nicht geübt haben.
Die Anatomie der Atmung
Für manche ist Anatomie eine sehr intellektuelle Disziplin, losgelöst von der realen Welt. Für mich ist sie ein Werkzeug, um das Verständnis des eigenen Körpers zu vertiefen und das Repertoire an jederzeit verfügbaren Bewegungen zu erweitern. Die Atmung nutzt, oder kann zumindest mindestens den gesamten Rumpf nutzen – von der ersten Rippe bis hin zum Beckenboden. Aus diesem Grund kann sie so wichtige Bewegungen und Konzepte wie Erdung, Abstoßen, das Schaffen von Ausweichraum und vieles mehr beeinflussen. Zudem ist Sauerstoff auch etwas Gutes! In diesem Kurs tauchen wir ein in die Anatomie der Atembewegung und sehen, wie wir dieses Wissen in Tuishou, Sport und Alltag nutzen können.
Paul Thomas

Paul Thomas begann seine Reise in die Welt der Kampfkunst 1982 an der Milton Keynes Martial Arts Academy. In seiner Zeit dort lernte er verschiedenste Kampfstile kennen und hatte auch seinen ersten Kontakt mit Taijiquan. 2007 begann er in West Sussex sich voll auf Yang-Stil Taijiquan zu konzentrieren. An der dortigen „Schule für Tai Chi und innere Künste“ lernte er die MIAM-Methode von Meister Sam Masich kennen. Dort begann Paul auch zu unterrichten, bevor er nach Deutschland zog. Schon in Deutschland, wurde er ein „innerer Schüler“ von Sam. Paul interessiert sich für viele Aspekte des Taijiquan-Repertiores – mit einem deutlichen Fokus auf Push Hands.
paulthomastaiji@gmail.com
www.facebook.com/pthomasuk
Instagram @internalartsmaha
Unterricht
Passive und aktive Atmung
Passive und aktive Bewegung gestalten
In diesem Workshop erforschen wir, wie sich die Atmung in Phasen unterteilen lässt und wie diese Phasen unterschiedliche Bewegungstendenzen im Körper unterstützen.
Der erste Schritt besteht darin, unsere eigenen Atemmuster zu verstehen, und wir werden uns kurz damit beschäftigen.
Anschließend betrachten wir die Atemphasen und konzentrieren uns auf die passiven und aktiven Phasen der Ein- und Ausatmung. Wir nutzen den kleinen himmlischen Kreislauf, um die Atmung mit passiver und aktiver Bewegung zu verbinden. Wir untersuchen, wie sich die Atmung bewegt und an welchen körperlichen Punkten die Wechsel zwischen passiver und aktiver Bewegung stattfinden. Der Ansatz ist experimentell und spielerisch und basiert auf persönlichen Erfahrungen. Dieser Abschnitt wird etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Für ein unterhaltsames, interaktives Erlebnis übertragen wir dies anschließend in die Partnerarbeit mit einfachen Übungen mit den Händen, um zu zeigen, wie stark die Kombination aus passiver/aktiver Atmung und passiver/aktiver Bewegung unseren Partner beeinflussen kann. Der Fokus liegt eher auf den passiven Phasen, da die Zeit knapp ist und diese Phase in gewisser Weise weniger offensichtlich ist. Dieser Workshop ist als unterhaltsame Einführung in eine sehr umfassende Praxis konzipiert, die für viele meiner Lehrinhalte von zentraler Bedeutung ist. Ich beabsichtige, diese in einem Folgeworkshop mit weiteren Details zu vertiefen. Teilnehmer anderer Workshops werden feststellen, dass diese Praxis in allen Workshops eine Rolle spielt. Sie knüpft an die Arbeit der letzten beiden Tage an und unterstützt die Vertiefung dieser Studie. Sie kann aber auch als eigenständige Praxis genutzt werden und allen Praktizierenden zugutekommen.
Passive und aktive Atmung
Ihre Wirkung auf die Bewegung
Die Atmung ist etwas Einfaches, kann aber aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, um unsere persönliche Praxis zu vertiefen.
Hier beginnen wir mit der Erforschung der Atemphasen – wir atmen – Dies lässt sich leicht in Ein- und Ausatmung und anschließendem Anhalten der Ein- bzw. Ausatmung unterteilen. Ich betrachte dies lieber nicht als Anhalten, sondern als den Moment der Geduld, in dem wir zwischen dem Ein- und Ausatmen verweilen.
Diese „geduldigen Momente“ können auch als Atemphasen betrachtet werden. Hier sind wir also bei vier Atemphasen: Einatmen, geduldiger Moment, Ausatmen, geduldiger Moment. Ich bezeichne diese geduldigen Momente manchmal als Wendepunkte, insbesondere wenn ich in meinem Unterricht Atmung mit Bewegung verbinde.
Nun kommen wir zum Kernpunkt des Workshops: den passiven und aktiven Atemphasen. Die Einatmung hat eine passive und eine aktive Phase, ebenso wie die Ausatmung. Zwischen der passiven und der aktiven Phase gibt es einen Wendepunkt, der den Wechsel markiert, oder einen kleinen (Mikro-)Moment der Geduld. (Das ist vielleicht weniger offensichtlich und realistischerweise ein Thema für ein anderes Mal.)
Wir haben jetzt passive Einatmung, Wendepunkt, aktive Einatmung, geduldigen Moment, passive Ausatmung, Wendepunkt, aktive Ausatmung, geduldigen Moment. Was vorher nur Ein- und Ausatmung war, hat jetzt acht Phasen. Es gibt noch eine weitere Phase, die ich hinzufügen möchte: einen überziehenden/überspringenden Atem (skip breath).
Was ist ein überziehender/überspringender Atem?
Zunächst kann überziehender/überspringender Atem in den aktiven Phasen auftreten (von Natur aus ist er nicht passiv). Es ist ein kurzes Ein- oder Ausatmen, um die aktiven Phasen zu verlängern.

Warum wird er benötigt?
Bei meiner Atemarbeit arbeite ich (meistens) mit der natürlichen Atmung des Einzelnen. Keine unserer Phasen ist mit den Phasen anderer synchronisiert. Es ist sinnvoll und wichtig, an der Verlängerung oder Vertiefung der Atmung zu arbeiten. Aber wenn man mit natürlichen Bewegungen arbeitet und den Atem nutzt, um sie zu erzeugen und zu unterstützen, muss die Atmung natürlich und angenehm sein. Dann entsteht das Problem, dass wir als Gruppe eine Bewegungsabfolge lernen und unser Atemzyklus möglicherweise nicht in der richtigen Phase ist, um die Bewegung zu unterstützen. Dieses Problem wird durch die Sprungatmung gelöst. Diese passiven und aktiven Atemphasen fallen mit passiven und aktiven Bewegungsphasen zusammen. Die Einatmung ist mit Öffnungs- und Aufwärtsbewegungen gepaart, die Ausatmung mit Schließ- und Abwärtsbewegungen. Wir werden diese Prinzipien aus Zeitgründen nur kurz ansprechen, aber ich möchte sie der Übersichtlichkeit halber in den Notizen erwähnen.
Die Atemrichtung
Die Einatmung bewegt sich den Rücken hinauf, mit Passivität im unteren und Aktivität im oberen Bereich.
Die Ausatmung bewegt sich die Vorderseite des Körpers hinunter, mit Passivität im Brustkorb und Aktivität im Bauch.
Für diejenigen, die mit dem Konzept vertraut sind, folgt dies dem Pfad des kleinen himmlischen Kreislaufs.
Passive und aktive Bewegung
Wir werden uns mit „Peng“ und „An“ in den Armen befassen. Ich verwende hier die chinesischen Begriffe, da die Übersetzung ins Englische bestenfalls wenig hilfreich ist und in den meisten Fällen einer guten Praxis abträglich ist.
„an“ hat eine sinkende und schließende Qualität. Wenn wir einfach damit aufhören, entsteht eine passive Entspannung im Handgelenk, die eine Bewegungstendenz zum Ellenbogen erzeugt. Diese passive Entspannung kann mit der passiven Einatmung verbunden sein oder durch sie erzeugt werden. Wenn die Bewegung am Ellenbogen den Arm hinaufgeht, kommt es zu einer Umkehr zur aktiven Bewegung, die mit der Umkehr der Atmung von passiv zu aktiv zusammenfällt. Jetzt entwickelt sich die aktive Einatmungsphase zu ihrer vollen Kapazität, und unsere Bewegung erreicht die Schulter, und „Peng“ als Bewegung ist abgeschlossen. Dies ist der geduldige Moment zwischen Ein- und Ausatmung. Die passive Ausatmung ermöglicht (oder wird durch sie ermöglicht), dass sich die Achselhöhle entspannt, die passive Bewegung wird am Ellenbogen aktiv (Wendepunkt), und die aktive Bewegung bewegt sich mit dem Atem den Unterarm hinunter, bis am aktivsten Punkt der Ausatmung das Handgelenk „sitzt“ und „an“ etabliert ist. Der Zyklus wiederholt sich.
Downloads Flyer früherer Treffen
Lehrer und Themen – 15. Push Hands Treffen
Lehrer und Themen – 16. Push Hands Treffen
Lehrer und Themen 17. Push Hands Treffen
Lehrer und Themen des 18. Internationalem Push Hands Treffen
Lehrer und Themen des 24. Treffens
Hier finden Sie eine Auflistung aller Lehrer des Internationalem Push Hands Treffens und anderer Veranstaltungen des Tai Chi Studios Hannover.
